Der Kirchturm wurde im Jahr 1450 an die seit Mitte des 13. Jahrhunderts
existierende und zuvor turmlose Kirche mit
einer Grundfläche von
32 × 9,35 Metern angebaut. Er wurde auf einem Fundament aus Eichenstämmen
errichtet.
1885 wurde erstmals bemerkt, dass sich der Kirchturm zur Seite neigte. Aufgrund
der Entwässerung der umliegenden Ländereien sank der Grundwasserspiegel ab, was
dazu führte, dass die bisher im Grundwasser konservierten Eichenstämme zu modern
begannen.
1917 musste während des Ersten
Weltkrieges die Glocke aus
der westlichen Schallöffnung gegen
eine Entschädigungszahlung von 4.570 Mark abgegeben
werden.
Um 1925 ergaben verschiedene Messungen einen Überhang des Turms um 1,13 m.
Deshalb wurde 1926 als Entlastungsmaßnahme der 12 Meter hohe Dachreiter entfernt.
Dennoch neigte sich der Turm weiter. Bereits 1929 war ein Überhang von 1,15 m
festzustellen. 1939 betrug er bereits 1,74 m und erhöhte sich bis zum Jahr 1996
auf 2,47 m.
1975 wurde die Kirche für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Orgel wurde verkauft
und das Gebäude gegen das Betreten gesichert. 1982 wurde der Turm größtenteils
in Privatinitiative gesichert. Das Fundament wurde freigelegt und mit Beton und
Stahl verfüllt. 1985 wurde am 14. Oktober die Kirche bei einem Festgottesdienst
erneut eingeweiht. 1989 wurden weitere Sicherungsmaßnahmen ausgeführt, da der
Turm trotz der Sicherungsmaßnahmen von 1982 weiter absank. Seit Mitte der 1990er
Jahre gilt das Absinken des Turmes als aufgehalten. Heute wird die Kirche an
Festtagen zu Gottesdiensten genutzt.